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Unterstützte Projekte 2009

Mit überzeugenden Ideen für politische Ziele

Netzwerk hat im Jahr 2009 30 Projekte finanziell und 12 Projekte infrastrukturell unterstützt. Darüber hinaus wurden mehr als 77 Projekte direkt zu Finanzierungsfragen, Vereinsgründung, Vereinsführung und Vernetzungsmöglichkeiten im Bezug zu ihren Projektideen beraten.

BUG - Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V.
Das Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung (Bug) e.V. hat sich im April 2009 gegründet und bietet Betroffenen, die sich vor Gericht gegen Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft, der Religion, des Geschlechts, des Alters, einer Behinderung oder der sexuellen Orientierung zur Wehr setzen wollen, juristischen Beistand. Es sollen sogenannte wegweisende „Strategische Klagen" unterstützt werden. Darüber hinaus soll Öffentlichkeits-, Vernetzungs-, Informations- und Lobbyarbeit gemacht werden. Netzwerk unterstützt den Verein mit einer Anbschubfinanzierung.

One World Berlin-Filmfestival für Menschenrechte und Medien
Zum sechsten Mal, vom 26. November bis 2. Dezember 2009, findet das Filmfestival statt. In diesem Jahr liegen die Schwerpunkte unter anderem beim Thema Bürgerrechte im Zeitalter von Überwachung durch Staat und Wirtschaft, Verflechtung von Polizei und Militär und Grundversorgung vs. Privatisierung? Dr. Rolf Gössner, der Schirmherr, hat ein Grußwort für das Programmheft verfasst, das der Kooperationspartner, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen nicht in der von ihr finanzierten Programmbroschüre abdrucken wollte. So hat die Gruppe sich entschlossen, das Grußwort so wie es verfasst wurde, abzudrucken und auf die Kostenübernahme des Drucks und Layouts durch die Beauftragte zu verzichten. Netzwerk sprang mit der Übernbahme eines Teils der Druckkosten ein.

Ganzheitliches Widerstandstraining
Ein selbstorganisierter Zusammenschluss von Menschen, die bei Anti-Atom - und Gipfelprotesten und bei diversen Widerstandcamps wie den Grenzcamps aktiv waren und sind, wollen mit einem dreitätigen „Widerstandstrainings" ca. 50 Menschen stärken, damit diese länger politisch aktiv bleiben. Zitat: „Bei dieser Art von Training geht es darum, mehr Aspekte mit einzubeziehen: warum wir uns wehren, was steckt wirklich dahinter und was für eine Kraft ziehen wir daraus? Was gibt es denn noch, außer auf eine Demo zu gehen? Wie können wir unsere individuellen aber auch kollektiven Kompetenzen und Fähigkeiten erweitern und wo nehmen wir unsere Grenzen ernst und wie gehen wir damit um?" Angesprochen werden sollen Menschen aus Berlin und Brandenburg. Netzwerk unterstützt diese Idee ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens.

Menschenrechte verteidigen - Zivilcourage fördern
Die Internationale Liga für Menschenrechte verleiht in jedem Jahr die Carl-von-Ossietzky-Medaille für Zivilcourage und besondere Verdienste bei der Verwirklichung ihrer Ideale. In diesem Jahr geht die Medaille an den Kapitän Stefan Schmidt aus Lübeck und Mouctar Bah aus Dessau von der Oury-Jalloh-Initiative. Mit dieser Ehrung am 13. Dezember 2009 will sie auf zwei Probleme hinweisen: erstens auf das fortgesetzte Sterben von Flüchtlingen, besonders aus Afrika vor den Toren Europas und zweitens auf die zunehmende Tendenz in Deutschland, Rassismus und Ausgrenzung gesellschaftlich und institutionell zu dulden. Die Preisverleihung wurde und wird öffentlich von der Presse gewürdigt. Netzwerk übernimmt die Kosten der Miete für den Saal.

Auf nach Kopenhagen!
Vom 7. bis 18. Dezember 2009 findet in Kopenhagen der internationale Klimagipfel statt. Dort soll das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls abschließend verhandelt und beschlossen werden. Zitat des zu Gegenaktivitä#ten mobilisierenden Klimabündnisses: „Mit dem Verkauf von Verschmutzungsrechten wird der Weg für eine neue Phase des Kapitalismus, eine 'grüne' Phase geebnet. Durch das Einläuten einer Ära des 'grünen' Kapitalismus soll die Legitimität des globalen Kapitalismus wieder hergestellt werden. Die neue Rhetorik vom 'Retten des Klimas' dient der Rechtfertigung der Repression, der aufgerüsteten Grenzen und der kolonialen Ressourcenkriege." Zu der Großdemonstration wird die Antifaschistische Linke Berlin 3 Busse von Berlin nach Kopenhagen bereitstellen. Netzwerk beteiligt sich an den Kosten für die Busmiete, um auch für einkommensschwachen Protestierer_innen die Fahrt zu ermöglichen.

Der RAW-Tempel in Berlin will Freiraum bleiben
Den RAW tempel e.V. könnte man als so etwas wie den Dachverein für einen Teil der nichtkommerziellen und soziokulturellen Projekte auf dem ehemaligen RAW-Bahngelände, als eine der letzten innerstädtischen Großbrachen, in Berlin-Friedrichshain in der Nähe der Warschauer Straße bezeichnen. Er ist eine offene Organisation, deren Ziel es ist, den soziokulturellen Freiraum RAW im Zentrum Berlins zu erhalten. Als Ort des aktiven Austauschs bietet der RAW verschiedene Betätigungsmöglichkeiten für kulturell Interessierte und AnwohnererInnen mit unterschiedlichen sozialen und finanziellen Hintergründen. Während der Stadtteil drumherum langsam zum In-Bezirk wird, die Mieten steigen, Tourist_innen den Umsatz der Gastronomie fördern und neue Bauprojekte „entwickelt" werden, bedarf es für den dauerhaften Erhalt der sozialen und kulturellen Aktivitäten des RAW an diesem Standort immer wieder neuer Anstrengungen. Denn der RAW tempel e.V. ist durch den Verkauf des Gesamtareals 2007 von der Vivico Real Estate an R.E.D. Berlin Development GmbH in Bedrängnis geraten. Und wie soll nun vor dem Ansturm der Investoren, das Konzept erhalten belieben? Besetzen? Oder doch selber kaufen? In diese Lage kommen größere Projekte immer wieder, doch zum einen reicht selten das Geld aus, um den Eigentümerwechsel zu forcieren, zum anderen bedarf es einer breiten Unterstützung in den Ämtern, bei Parteien und letztendlich auch durch die Nutzer_innen und Freund_innen eines solchen Projekts. Um diese Unterstützer_innen zu finden, ist Netzwerk beim Druck einer Selbstdarstellungsbroschüre behilflich.

Flüchtlingsrat Berlin e.V.
Im Flüchtlingsrat arbeiten seit 1981 Organisationen, Beratungsstellen, Flüchtlingsselbsthilfegruppen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Flüchtlingen und die Wahrung ihrer Menschenwürde einsetzen. Die Verteidigung des individuellen Anspruchs auf Asyl, der Abbau staatlicher Diskriminierungen und die Stärkung antirassistischer Arbeit sind dabei wesentliche Ziele. Im aktuellen Projekt soll ausgehend von der Kinderrechtskonvention eine Verbindung zur konkreten Lebenssituation von minderjährigen Flüchtlingen in Berlin gezogen werden. Von minderjährigen Flüchtlingen gestaltet, wird ein Postkarten-Kalender für 2010 entstehen, an dessen Druckkosten sich Netzwerk gemeinsam mit dem Republikanischen Anwaltsverein beteiligt.

Outside the box - Zeitschriftprojekt
Eine Gruppe politisch Engagierter möchte feministische Kritik stärker in linke Debatten einbringen und hat zu diesem Zwecke eine gesellschaftskritische Zeitschrift gegründet. Sie möchten feministische Anliegen nicht als Nebenwiderspruch behandelt wissen und starten das Projekt mit einer Zeitschriftausgabe zum Thema Emanzipation in Form von philosophischen oder historischen Abrissen, aber auch als humoristische Glossen und persönliche Erfahrungen. Daneben soll es unterschiedliche Rubriken geben z.B. Feministische Theorien, Frauen in Nazistrukturen oder Männerrechtsbewegung. Netzwerk fördert das Projekt mit einer Anschubfinanzierung.

Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen
Am 18. Oktober 2009 mit historischem Bezug zur Stammheimer Todesnacht will das Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen im Roten Antiquariat in Charlottenburg eine Ausstellung des italienischen Künstlers und ehemaligen politischen Gefangenen Paolo Neri im Roten Antiquariat in Charlottenburg eröffnen. Begleitend zur Ausstellung soll es 2 Diskussionsveranstaltungen unter anderem mit Peter O. Chotjewitz und eine Filmvorführung geben.

Antirassistische Aktionstage
Die Antirassistischen Aktionstage, die vom 17. bis zum 20. Oktober 2009 in Berlin stattfinden, sollen auf die Sitaution von Flüchtlingen aufmerksam machen. Nach der Auftaktveranstaltung am 17. Oktober wird es ein Konzert sowie eine anschließende Party geben. Für Sonntag ist ein Straßenfest vor der Erstaufnahmeeinrichtung bzw. dem Ausreiselager Motardstr. geplant. Am Montag wird ein Aktionstag vor der Ausländerbehörde Nöldnerplatz stattfinden mit dem Angebot für Flüchtlinge  beim Behördengang begleitet zu werden. Zum Abschluss wird zu einer Fahrraddemo mobilisiert, welche den Protest zu den Verantwortlichen und den Unternehmen, die an der schlechten Lebenssituation der Flüchtlinge in Berlin verdienen, tragen soll. Die Aktionstage werden umrahmt von Infoveranstaltungen, Filmabenden und Ausstellungen.

Commit to Partnership Berlin e.V.
Der relativ junge Verein plant von Oktober 2009 bis März 2010 eine Veranstaltungsreihe zur Auseinandersetzung mit Rassismus und kolonialen Kontinuitäten in Universitäten und Wissenschaften. Geplant sind Vorträge, Lesungen und eine Podiumsdiskussion. Netzwerk unterstützt den Verein durch regelmäßige Beratungen und vergab einen Zuschuss für Öffentlichkeitsarbeit.

Oury Jalloh - Verbrannt im Polizeigewahrsam
Oury Jalloh war ein Flüchtling aus Sierra Leone, der im Jahr 2005 unter ungeklärten Umständen in einer Polizeizelle in Dessau verbrannte, ohne dass ihm durch die diensthabenden Beamten Hilfe geleistet worden war. Ein Prozess gegen die verantwortlichen Polizisten endete im Dezember 2008 mit einem Freispruch. Die Initiative führte eine Infoveranstaltung mit Fotoausstellung in Berlin-Kreuzberg durch, um an seinen Tod und den Justizskandal zu erinnern. Es wurde Geld benötigt, um Bilder von Gerichtsverhandlungen, Demonstrationen und Kundgebungen zu rahmen und Flyer, Getränke etc. zu finanzieren.

„Mach dir ma' ne Platte"
Das „Livin n concrete"-Festival in Hohenschönhausen unter dem Motto „Mach dir ma' ne Platte" findet am 19.September 2009 auf dem Prerower Platz in Hohenschönhausen statt. Zum fünften Mal organisiert ein Bündnis bestehend aus SchülerInnen, antifaschistischen Gruppen und BürgerInnen diese Veranstaltung, um der rechtsextremen Hegemonie auf dem Prerower Platz etwas entgegensetzen. Neben Auftritten verschiedener Bands stellen sich Initiativen aus dem Bezirk vor. Traditionell findet zudem ein Skateboardcontest statt. Für Graffitikünstler oder die, die es noch werden wollen, werden Sprühwände und Sprühutensilien bereitgestellt.

Antisexistisches Open Air in Potsdam
Eine Gruppe von Studentinnen, Schülerinnen und Auszubildenden haben sich zusammengeschlossen um am 25. Juli 2009 ein antisexistisches Open Air in Potsdam zu organisieren. Mit dem Open Air wollen sie omnipräsenter Diskriminierung auf Grund des zugeschriebenen oder selbstdefinierten Geschlechts und der Sexualität etwas entgegensetzen. Das Open Air soll vorrangig jungen Menschen einen möglichen Einstieg ins Thema Antisexismus bieten. Neben dem musikalischen Programm sollen auch Workshops zum Thema stattfinden. Netzwerk finanziert das Zeigen zweier thematischer Ausstellungen während des Open-Airs.

Initiative „Tempelhof für Alle"
Die Initiative „Tempelhof für Alle" setzt sich für die Öffnung des Areals des ehemaligen Flughafens Tempelhof ein. Sie will eine vielseitige soziale Nutzung des Geländes statt einer Bauflächennutzung für InvestorInnen erreichen. Die Initiative beteiligt sich an der Kampagne „Squat Tempelhof", die eine öffentlich angekündigte Massenbesetzung des Ex-Flughafens am 20. Juni 2009 anstrebt. Sie wirbt offensiv im Kiez mit AnwohnerInnenzeitungen, Flyern und Plakaten, auf denen auch in türkischer und arabischer Sprache über das Vorhaben informiert wird.

Autofocus Videowerkstatt
Das Berliner Kollektiv autofocus produziert und vertreibt seit 20 Jahren im Austausch mit vielen anderen VideoproduzentInnen und -gruppen politisch und sozial engagierte Dokumentarvideos aus dem In- und Ausland. Wichtige Themen waren und sind Globalisierung, internationale Solidarität, Migration, Antirassismus und Antifaschismus, Feminismus und soziale Kämpfe.
Um den Bestand von über 1.000 VHS-Kassetten zu sichern ist es notwendig diese zu Digitalisieren. Netzwerk unterstützt die Anschaffung von Technik für diesen Zweck.

Archivprojekt des VVN-VdA
Die VVN-VdA e.V. ist ein eigenständiger Kreisverband des Berliner VVN-BdA e.V. Sie ist die direkte Nachfolgerin der 1948 gegründeten Berliner VVN. Da sich in den vergangenen mehr als 50 Jahren eine Menge Schriftgut und Fotos angesammelt haben, insbesondere Informationen zu Männern und Frauen, die im Widerstand zum Nationalsozialismus mit vielfältigen kleinen und großen Aktionen tätig waren, hat sich eine kleine Gruppe ehrenamtlicher Mitglieder dieses Bestandes angenommen und versucht, ihn sowohl für die Organisation selbst als auch für weitere Interessierte aufzubereiten. Nach einer entsprechenden Erfassung der Archivalien in einer Datenbank, ist zukünftig die öffentliche Nutzung des Bestandes für wissenschaftliche und politische Zwecke über die VVN-VdA für alle Interessierte möglich.

Antifaschistische Jugendaktion Kreuzberg (AJAK)
Im „Supergedenkjahr 2009", in der die Gründung der Bundesrepublik wie auch der Wiedervereinigung gedacht werden wird und in dem zudem noch zahlreiche Wahlen
stattfinden, erstellt die AJAK eine antinationalistische/antinationale Zeitung. Diese soll ergänzend zu einer Veranstaltungsreihe, jüngere Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit der bundesdeutschen Gedenkpolitik befähigen, vor allem aber eine grundsätzliche Staats- und Kapitalismuskritik transportieren. Die Artikel beschäftigen sich mit Nationalismus, Staatskritik, Gedenkpolitik am Beispiel des 9.November, gesellschaftspolitischen Interventionsmöglichkeiten, aber auch gerade für Schüler_innen und jüngere Student_innen relevante Themen wie Bildungspolitik im Kapitalismus und Kritik an Lohnarbeit. Die Zeitung "Straßen aus Zucker" soll mit Unterstützung anderer Gruppen bundesweit verteilt werden.

Arbeitskreis Geschichtspolitische Interventionen
Der AK Geschichtspolitische Interventionen (AGI) ist eine kleine, parteipolitisch nicht gebundene unabhängige Initiative aus Berlin. Sie sind unzufrieden mit der Art und Weise, wie das geplante Vertreibungszentrum politisch durchgesetzt wurde und sehen die Absicht, die Deutschen als Opfer in einem solchen Zentrum in den Mittelpunkt zu rücken, äußerst kritisch. Die Gruppe plant in zeitlicher Nähe zu dem geplanten Symposium der Bundesregierung, in der zweiten Aprilhälfte - eine öffentlichkeitswirksame Podiumsdiskussion, die durch vertiefende Workshops ergänzt werden soll. Der genaue Termin wird auf der Internetseite bekannt gegeben.

Einstellungsbündnis §129a
Das Einstellungsbündnis möchte weiterhin prozessbegleitend die Zeitung „Ende einer Dienstfahrt"" herausgeben und kritisch über den Prozessverlauf, Repression, mg-Verfahren und auch antimilitaristische Themen berichten. Eine neue Ausgabe ist zum 1. Mai als Beilage in der Jungen Welt geplant. Netzwerk hat bereits 2007 eine Veranstaltung des Bündnisses, 2008 ein Ausstellungsprojekt zum Thema, die oben genannte Zeitung und die Herstellung eines Soli-Samplers unterstützt.

Gemeinsam am Tag der Landlosen gegen Gen-Soja und Ferkelmastzucht
Das "Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik" ist eine kleine, lokale Gruppe in Bernau und ist aus Protestaktionen gegen Genversuchsfelder von Agrevo, Schering und Monsanto entstanden. Inzwischen beteiligen sich Menschen aus ganz Brandenburg und Berlin an den Aktionen. Aktuell wird eine Kampagne mit Informationsveranstaltungen und einer symbolischen Besetzung des Standortes in Alt Tellin organisiert, an dem die größte Ferkelproduktionsanlage in Europa geplant ist. Anlass ist der internationale, bäuerliche Aktionstag am 17. April 2009. Auf verschiedenen Veranstaltungen wird über die Auswirkungen der globalisierten, industriellen Landwirtschaft, am Beispiel riesiger Mast- / Ferkelproduktionsanlagen in Europa und der geplanten Anlage in Alt Tellin und deren Verknüpfung mit der landwirtschaftlichen Produktion von Futtermitteln im Süden im Kontext des Gen-Soja-Anbaus in Paraguay sowie über die jeweiligen Auswirkungen der Massenproduktion für Natur und die Bevölkerung vor Ort, informiert. Zusätzlich zu den Infoveranstaltungen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist auch eine Fotoausstellung geplant, welche die Situation der Bäuer_innen in Paraguay und den sich dort formierenden, kleinbäuerlichen Widerstand sowie über die Situation an Standorten der Massenfleischproduktion in Europa darstellt. Netzwerk beteiligt sich an den Kosten der Öffentlichkeitsarbeit und der Fotoausstellung.

Anarchistischer Kongress zu Ostern
Seit mehreren Monaten trifft sich wöchentlich eine offene Gruppe, die einen anarchistischen Kongress in Berlin an der Technischen Universität vom 10.- 13. April 2009 vorbereitet. Die Teilnahme am Kongress soll frei, unverbindlich und kostenlos sein. Geplant sind Workshops und Vorträge. Ziel des Kongresses ist die Vernetzung anarchistischer Menschen, Gruppen und Initiativen. Über ein Wiki im Internet, ist es möglich beim Kongress einen eigenen Workshop anzubieten und das Programm inhaltlich mitzugestalten. Damit möglichst viele Menschen den Weg in die TU finden, wird die Öffentlichkeitsarbeit für den Kongress von Netzwerk bezuschusst.

Antisexistischer Infoladen
Die Gruppe f.a.q. [feministisch-antisexistisch-queer] ist vor circa anderthalb Jahren als Initiative zur Gründung eines antisexistischen Infoladens in Neukölln entstanden. Hintergrund dieser Idee ist die nach Meinung der Gruppe mangelnde Auseinandersetzung mit den Themen Feminismus, Antisexismus und Queer Politics nicht nur im Mainstream sondern auch in der sogenannten
"Linken Szene". Die Gruppe möchte einen Raum als Informationspunkt, Veranstaltungsort, Vernetzungsort, Treffpunkt, Diskussions- und Rückzugsraum sowie als Ausgangspunkt für Aktionen zur Verfügung stellen. Es soll dort einen Café- und Veranstaltungsraum, eine Bibliothek, einen Plenumsraum, einen frei zugänglichen PC-Arbeitsplatz sowie einen Rückzugs-, Schutz- und Empowerment-Raum geben. Nach langer Suche haben sie jetzt einen geeigneten Laden in der Jonasstraße 40 angemietet, der günstig, aber stark renovierungsbedürftig ist. Netzwerk unterstützt das Projekt mit einer Anschubfinanzierung. 

Bundeswehr wegtreten!
Das Anti-Kriegsplenum ist ein Zusammenschluss verschiedener Gruppen und Einzelpersonen, die unter anderem die zunehmende zivil-militärische Zusammenarbeit thematisieren. In den letzten Jahren haben sich an mehreren Orten der Bundesrepublik antimilitaristische Initiativen gebildet, die kontinuierlich gegen Krieg und Militarisierung der Gesellschaft arbeiten. Die Schwerpunkte dieser Gruppen liegen in unterschiedlichen Bereichen. So wehrt sich die Initiative "Rosa Heide" schon seit Jahren gegen das Bombodrom in der Küritzer Heide, in Leipzig ist eine Gruppe aktiv gegen de Einbindung des dortigen Flughafens in den Krieg in Afghanistan, "Bundeswehr Wegtreten" in Köln stört die Rekrutierung der Bundeswehr an Arbeitsämtern und Schulen, die Initiative bye-bye nuclear bombs - arbeitet gegen die Atombomben Stationierung in Büchel. In Berlin hat sich das Anti-Kriegsplenum gegründet, das aktuell Aktionen gegen den Sonderforschungsbereich 700 (Militarisierung der Universitäten) an der FU Berlin durchführt.
Im aktuellen Projekt wird eine Zeitungsbeilage erstellt, die den Gruppen ein Forum bietet, ihre Aktivitäten darzustellen und als Schwerpunktthema den Bereich der so genannten zivil-militärischen Zusammenarbeit hat. 

Working on it
Die Filmemacherinnen des Projektes "Working on it" führten mit den Protagonist_innen Gespräche über ihre Beobachtungen im Alltag und drehten dazu einen Videofilm. Aber was ist das Besondere daran? Sie sprechen darüber, was es heißt und wie es möglich ist, in öffentliche Bilder von Sexualität und Weiß-Sein einzugreifen, eine neue Sprache für mehr als zwei Geschlechter zu erfinden oder am Arbeitsplatz Abwertungen sexueller Identität zu erfahren. Ein Jahr später treffen sich alle Beteiligten wieder und sehen gemeinsam Ausschnitte der Interviews an und diskutieren. Um mit dem Film in Workshops, bei Filmvorführungen und in Seminaren besser arbeiten zu können, gibt es nun mit Unterstützung von Netzwerk eine ausführliche Informationsbroschüre zum Projekt. Sie soll als politisches Mittel eingesetzt werden, um Themen wie Rassismus, Homo- und Transphobie und Sexismus neu und eben auch zusammen diskutieren zu können. 

"Rosen auf den Weg gestreut"
Die Zeitung "Rosen auf den Weg gestreut" ist eine parteiunabhängige antifaschistische Jugendzeitung für den Großbezirk Pankow, aber auch darüber hinaus und wird vor allem vor Schulen, aber auch in Jugendeinrichtungen, sowie bei Demos und Veranstaltungen kostenlos verteilt. Sie erscheint seit gut zwei Jahren viermal jährlich. Die „Rosen auf den Weg gestreut" ist keine reine Antifa-Zeitung und hat sich auf der einen Seite zu einem festen Bestandteil linker und antifaschistischer Kultur in Pankow entwickelt und ist auf der anderen Seite eine wichtige Schnittstelle für Jugendliche, die eher am Rande mit Politik zu tun haben oder gerade erst beginnen sich dafür zu interessieren. Netzwerk unterstützt das Zeitungsbündnis, um ihnen einen guten Start ins Jahr 2009 zu ermöglichen.

Tag des Sieges

Der Jahrestag des 9. Mai 1945 wird in vielen Ländern der ehemaligen Sowjetunion als "Tag des Sieges" gefeiert, an dem die endgültige und bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht besiegelt wurde. Anlässlich des 9. Mai 2009, dem 64.Jahrestag des Sieges will die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), wie schon in den vergangenen Jahren, im Treptower Park in der Nähe des Sowjetischen Ehrenmals, zur Erinnerung an die Befreiung vom Faschismus durch die Rote Armee ein antifaschistisches Fest feiern. 2008 wurde das Fest den ganzen Tag über von mehreren tausend Menschen besucht. Zum Fest gehört neben den traditionellen Kranzniederlegungen ein Fest, dass außer Informations- und Bücherständen, Essen und Trinken auch ein deutsch/russisches Kulturprogramm und den Auftritt von ZeitzeugInnen und antifaschistischen Jugendorganisationen beinhaltet.

Berliner Compagnie e.V.
An 16 Abenden soll in der Werkbühne in Kreuzberg die Produktion "Die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch" gezeigt werden, jeweils mit anschließendem Publikumsgespräch. Gleichzeitig wird vertiefendes schriftliches Material zum Thema angeboten. Mit dem Stück sollen politisch interessierte Mitbürger_innen, insbesondere junge Menschen, von denen manche zur Bundeswehr eingezogen werden und welche die Frage nach Krieg und Frieden existenziell betrifft, angesprochen werden. Netzwerk unterstützt den seit 25 Jahren im Wrangelkiez aktiven Theaterverein mit einem Zuschuss zur Öffentlichkeitsarbeit.

Zeitung "Nein zur Nato"
Die Interventionistische Linke wurde im November 2004 gegründet. Ihr gehören zahlreiche Gruppen, Menschen und Zeitschriften der globalisierungskritischen, antifaschistischen und internationalistischen Bewegungen an. Das Ziel des Netzwerks ist die Herausbildung einer außerparlamentarischen Linken. Das Netzwerk Interventionistische Linke will bis zum NATO-Gipfel im April 2009 zwei Massenzeitungen herausgeben, die der Mobilisierung des Protests gegen die Politik der NATO dienen und die Bildung lokaler antimilitaristischer Bündnisse fördern sollen. Das Aufzeigen der Hintergründe und Zusammenhänge von Krieg und kapitalistischer Globalisierung stehen im Mittelpunkt der Publikation. Netzwerk bezuschusst die Druckkosten.