Unterstützte Projekte 2010
Gemeinsam sind wir stärker
Netzwerk hat in diesem Jahr 31 Projekte finanziell und 12 Projekte infrastrukturell unterstützt. Darüber hinaus wurden circa 70 Projekte direkt zu Vernetzungsmöglichkeiten, Finanzierungsfragen, Vereinsgründung und Vereinsführung im Bezug zu ihren Projektideen beraten.
Kein Naziaufmarsch in Dresden 2011!
Die beteiligten Bündnispartner_innen zur Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch in Dresden im Februar 2011 reichen von zivilgesellschaftlichen Gruppen bis hin zu Einzelpersonen, die sich in der Kampagne engagieren. Ziel der Kampagne ist es, Gegenaktivitäten zum jährlichen Naziaufmarsch in Dresden im Februar vorzubereiten und über Mobilisierung und Information allen interessierten Menschen die Problematik des Naziaufmarsches in Dresden und des Neonazismus allgemein aufzeigen und zur Teilnahme und eigenverantwortlichem Handeln anregen. Der Fokus liegt auf einer breiten Infokampagne getragen von unterschiedlichen Gruppen, wie z.B. dem Stadtteilladen Zielona Gora. Die Öffentlichkeitsarbeit der Regionalkonferenz für Berlin und Brandenburg im Januar 2011 wird von Netzwerk finanziell unterstützt.
Nazifaschismus - Verfolgte - Widerstand
Vom Winter 2009 bis zum Sommer 2010 hat die Jugendantifa Berlin eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Nazifaschismus - Verfolgte - Widerstand" durchgeführt. In den Veranstaltungen ging es unter anderem um folgende Themen: „Der Aufstand von Sobibor / Widerstand im Vernichtungslager", „Antiziganismus - eine ungebrochene Tradition in Deutschland" oder „Ohrfeige für Kiesinger / personelle Kontinuitäten in der BRD nach 1945" Nun möchte die Gruppe in Form einer Broschüre die Veranstaltungsreihe dokumentieren und so die Inhalte in lesbarer Form einem breiteren Personenspektrum zugänglich machen. Die Broschüre soll kostenlos in Berlin und Brandenburg verteilt und verschickt werden. Netzwerk beteiligt sich an den Druckkosten.
Kriminalisierung durch §129a abschaffen!
Das Einstellungsbündnis, welches die Verfahren nach §129a seit 2007 begleiten, bemüht sich, nach Verurteilung der Angeklagten um eine kritische Reflexion und die Aufarbeitung der Arbeit und des Verfahrens. Diese Auswertung soll der interessierten Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden, sondern als Broschüre veröffentlicht werden. Die Gruppe erhofft sich damit, die gemachten Erfahrungen, Probleme, Erfolge und Auseinandersetzungen, die oft typisch für Auseinandersetzungen in Solidaritätsbündnissen sind, weiter vermitteln zu können und damit künftigen Betroffenen und Aktiven in Solidaritätsgruppen Material zur Verfügung zu stellen, das für weitere Unterstützungsarbeit genutzt werden kann. Netzwerk beteiligt sich an den Druckkosten.
Handbuch für Sozialschmarotzer
Geplant ist die Neuauflage des Handbuchs gegen Arbeit - Tipps für Sozialschmarotzer. Das Handbuch gegen Arbeit ist mittlerweile schon 10 Jahre alt. Durch die Einführung des Euros und der Hartz Gesetze ist es ziemlich in-aktuell und insbesondere in den Bereichen Tipps unbrauchbar geworden. Die JungdemokratInnen/Junge Linke Berlin finden, dass das Projekt und die inhaltliche Ausrichtung des Handbuches aktueller und notwendiger denn je ist. Mit der Neuauflage soll ein öffentliches Signal gegen die aktuellen Maßnahmen der Sozialkürzungen und die elenden Debatten über 'SozialschmarotzerInnen' gesetzt werden. Es sollen den Betroffenen sinnvolle Tipps geben werden, wie sie sich gegen die Schikanen des Systems Hartz 4 und die Verwertungslogiken des kapitalistischen System wehren können. Zudem soll eine Perspektive aufgezeigt werden, wie eine Gesellschaft ohne Arbeitszwang aussehen könnte und welches emanzipatorische Potential diese Vorstellung in sich birgt. Die Broschüre soll nach Fertigstellung kostenlos verteilt werden. Netzwerk übernimmt einen Grossteil der entstehenden Druckkosten.
apabiz- antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum e.V.
Das schon mehrfach von Netzwerk geförderte Apabiz verfügt über einen Bestand von 700 VHS-Videokassetten, die nun digitalisiert werden sollen. Dazu benötigt das Archiv einen Videoschnittplatz, einen Netzwerkserver und diverse Speichermedien. Netzwerk beteiligt sich an der Finanzierung der Speichermedien.
Selbstverteidigung für Frauen
Der 1976 gegründete feministische Verein Selbstverteidigung für Frauen e.V. finanziert sich seitdem eigenständig durch Beitragszahlungen. Die Mitglieder schwinden und der Verein benötigt Geld, um Mitgliederwerbung zu machen. Die Miete wurde zuerst herab gesenkt und jetzt wurden die Räume gekündigt. Bei Trainerinnen und Mitarbeiterinnen wurde der Lohn gekürzt, um weiter existieren zu können. Um aktive Frauen und Mädchen zu gewinnen unterstützt Netzwerk den Verein bei der Öffentlichkeitsarbeit.
„Kiezen" - Ausstellung 20 Jahre Hausprojekte in Mitte und Prenzlauer Berg
Die Gruppe "Kiezen" aus Mitte arbeitet seit Anfang des Jahres an einer Ausstellung zum Thema: „20 Jahre selbstverwaltete Projekte in Berlin". Die Ausstellung wandert bisher von Projekt zu Projekt und wächst jedes mal um neue Beiträge. Die Häuser haben zum größten Teil ihre Beiträge selbst gestaltet und finanziert. Zum Ende des Jahres sind zwei Veranstaltungen im Tacheles und/oder der Linienstr. 206 in Form einer „bewegungsorientierten" Vernissage mit Austausch zwischen Kiezaktivist_nnen und Projektler_nnen sowie eine zweite öffentliche Eröffnung und Veranstaltung mit Podiumsdiskussion für alle Interessierten geplant. Netzwerk beteiligt sich an den unterschiedlichen Sachkosten, die bis zur zweiten Eröffnung am dringendsten benötigt werden.
„Generation Hausbesetzer" trifft „Generation Umhängetasche"
Das Ausstellungs-Projekt, welches vom Wohnprojekt Zorrow e.V. initiiert wurde, möchte den Austausch zwischen den „Hausbesetzer_innen" der 80ziger Jahre und jetzigen „Hausbewohner_innen", also zwischen den Generationen aufnehmen. Die ca. Dreißigjährigen von heute stellen den ca. Fünfzigjährigen Fragen zur ihrer Zeit als Dreißigjährige. Die Gespräche werden dokumentiert. Daraus wird eine Ausstellung, der am Projekt beteiligten Menschen konzipiert. Dabei werden aus Leitfadeninterviews zentrale Statements ausgewählt und hervorgehoben. In einem noch näher zu bestimmenden Rahmen wird die Ausstellung eröffnet und gezeigt, damit wird ein breiterer Diskurs initiiert. Netzwerk beteiligt sich gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung an den entstehenden Kosten.
Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh
Diese antirassistische Initiative wird das Revisionsverfahrens im Fall Oury Jalloh, der 2005 auf einer Polizeiwache in Dessau verbrannt ist, kritisch begleiten. Begleitend werden Demonstrationen und eine Vernetzungskonferenz stattfinden. Netzwerk unterstützt die Aktivist_innen bei den Mobilisierungskosten für den Druck von Flyern, Plakaten und Infobroschüren.
Initiative Libertad!
Die Gruppe Libertad wird im Herbst/Winter 2010 drei antimilitaristische Veranstaltungen durchführen. Zentrale Fragen werden sein: Wie konnte die politische Entwicklung bis heute mit so wenig Reibung nach innen durchgesetzt werden? Warum ist die antimilitaristische Opposition so schwach und defensiv? Wie kann antimilitaristisches Engagement eine stärkere Wirkung erzielen? Die Referate werden moderiert und anschließend zur Diskussion gestellt. Die Möglichkeiten von antimilitaristischem Engagement soll dabei eine Leitschnur der Diskussion darstellen. Es werden verschiedene Formen der Auseinandersetzungen stattfinden und die Reihe von Filmen, Fotos und Ausstellungen begleitet werden. Netzwerk fördert anteilig die Öffentlichkeitsarbeit.
Bau- und Begegnungscamp im ehemaligen Jugend-KZ Uckermark
Der Verein Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. organisiert seit 1997 internationale antifaschistische feministische Bau- und Begegnungscamps zwischen ehemaligen Häftlingen des „Jugend-KZ für Mädchen und jungen Frauen" und Interessierten. Ziel des diesjährigen Camps vom 5. - 15. August 2010 ist einerseits die Erforschung der Geschichte des Jugend-KZ und andererseits das Gestalten eines würdigen Gedenkortes. Es soll außerdem die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit kritischer Erinnerungspolitik heute und dem Gespräch mit Zeitzeuginnen geben. Die Ergebnisse des Workcamps werden am 14. August 2010 in einem öffentlichen Rundgang vorgestellt. Netzwerk beteiligt sich an den Übernachtungs- und Verpflegungkosten für Überlebende und deren Begleitpersonen.
Gentrifiziertes Rixdorf?
Der Initiativkreis Bürgerforum Rixdorf setzt sich aus Menschen, die vor allem im Gebiet zwischen der Sonnenallee - Karl-Marx-Straße - S-Bahnhof Neukölln und Ganghoferstraße wohnen, zusammen . Die meisten leben seit langem im Kiez und waren mit der Arbeit der Verantwortlichen zum Quartiersmanagement-Gebiet Richardplatz-Süd unzufrieden. Das Bürgerforum organisiert Bürgerversammlungen mit thematischen Filmvorführungen. Diskutiert werden offizielle Planungen wie z.B. der Umbau der Karl-Marx-Straße, die Verkehrssituation im Gebiet und die von den Teilnehmenden wahrgenommene Probleme wie die Situation der Veränderung z.B. durch Mietsteigerungen, Verdrängung und bewusste Veränderung der Bevölkerungsstruktur/-zusammensetzung.
Netzwerk übernimmt die Kosten der Öffentlichkeitsarbeit für die nächsten drei Versammlungen.
„Willkommen im Morgengrauen"
Die Kulturgruppe der Regenbogenfabrik plant gemeinsam mit dem Regenbogenkino und dem Flüchtlingsrat Berlin im September ein Willkommensfest unter dem Motto „Willkommen im Morgengrauen" vor der Ausländerbehörde Nöldner Strasse in Lichtenberg. Die Performance möchte „an diesem unwirtlichen Ort, an dem existenzielle Entscheidungen in bürokratischer Grausamkeit" getroffen werden, mit Musik, Kuchen und Limonade einen Kontrapunkt setzen. Es sollen einerseits direkt die Asylsuchenden und andererseits die Öffentlichkeit erreicht werden. Netzwerk fördert anteilig die PA-Miete und die Öffentlichkeitsarbeit.
‚El Proceso. Dokumente einer Reise nach Caracas'
In Caracas finden in den letzten Jahren städtische Transformations- und Aneignungsprozesse statt, in denen die Gestaltung urbaner Räume eng mit der Ausformung gesellschaftlicher Strukturen verknüpft ist. Die Akteure des Umbruchs sind Bewohner_innen von Armenvierteln, Nachbarschaftsversammlungen, Medienkollektive, Basisorganisationen und Stadtteilräte. Der Titel der Ausstellung ‚El Proceso' (der Prozess) greift ein Schlagwort auf, das in Venezuela verwandt wird, um die sozialen und politischen Veränderungen, die momentan im Land stattfinden, zu bezeichnen. Nach einer Reise dorthin hat sich eine Gruppe von elf Studierenden entschlossen, die gesammelten Eindrücke und Dokumente aus Caracas in einer Ausstellung zu verarbeiten. Die Gruppe wird an zwei unterschiedlichen Orten gezeigt werden. Zunächst wird sie ab Ende August 2010 für sieben Wochen in der Galerie Olga Benario im Berliner Stadtteil Neukölln zu Gast sein und anschließend ab Mitte Oktober in der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder für drei Monate ausgestellt werden. Bisher sind 7 die Ausstellung begleitende Diskussionsveranstaltungen in Berlin geplant. Netzwerk beteiligt sich gemeinsam mit der Universität, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung an den Kosten.
Flüchtlingsdramen im Mittelmeer
Am 4. Juni findet in den Räumen der theaterkapelle in Friedrichshain ein Vortrag von Elias Bierdel, bekannt geworden durch die Aufnahme von Flüchtlingen auf hoher See durch die Cap Anamur, statt. Anschließendend diskutiert er mit einem Vertreter von Borderline Europe- Menschenrechte ohne Grenzen auf dem Podium. Danach stellt die innovative Künstlergruppe "Gold Extra" ihr Internetspiel "Frontiers" vor, mit dem Jugendliche für die Situation von Flüchtlingen an Grenzen sensibilisiert werden sollen. Gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung übernimmt Netzwerk einen Teil der Kosten.
Arbeit und Krise
Ein lokales Bündnis, das aus verschiedenen linken Berliner und Potsdamer Gruppen besteht, organisiert am 5. Juni in den Räumen der Schule für Erwachsenenbildung im Mehringhof einen eintägigen Workshop-Tag mit einer Abschlussveranstaltung zum Thema "Arbeit und Krise". Als Referent_innen sind unter anderem Michael Heinrich, Nadja Rakowitz und Thomas Ebermann geladen. Der Tag ist auch als Mobilisierungsveranstaltung im Vorlauf der bundesweiten Demonstration unter dem Motto: "Wir zahlen nicht für eure Krise!" am 12. Juni 2010 geplant. Netzwerk beteiligt sich an den Druck- und Technikkosten.
globale - Filmfestival 2010
Das nun schon zum 6. Mal stattfindende globalisierungskritische Filmfestival "globale" findet in diesem Jahr im Berliner Kino Moviemento statt. Die Themen reichen in diesem Jahr von Gentrifizierung und Privatisierung über Migration und deutsche Kolonialgeschichte bis hin zu Arbeit, Kämpfe und Geschlechterverhältnisse und dem Testfeld Lateinamerika. Wie auch die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, beteiligt sich Netzwerk an den Kosten des Festivals. Als besonders unterstützenswert wurde die öffentliche Filmvorführung mit Kinderbespaßung am "Ausreisezentrum" in der Motardstraße hervorgehoben.
Zeitzeug_innen erzählen über das Leben als Partisan_in
Anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung vom Nazi-Faschismus in Europa organisiert die Antifaschistische Linke Berlin am 8. Mai im Festsaal Kreuzberg eine Veranstaltung mit Olga Rodic und Radoslav Djeric aus Belgrad, welche beide auf der Seite der jugoslawischen Partisanen gegen die Deutschen im 2. Weltkrieg gekämpft haben. Netzwerk beteiligt sich an den Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit.
Konflikte in politischen Gruppen gemeinsam klären!
Der Arbeitskreis Konfliktunterstützung (kurz AKKU) ist ein Zusammenhang von Menschen, die ein Interesse daran haben, linke Personen und Gruppen z.B. Kollektive, Hausgruppen und politische Gruppen bei der Lösung ihrer Konflikte zu unterstützen. Es soll durch Angebote für Moderation und Mediation ein stärkeres Bewusstsein für Konflikte geschaffen werden und der Umgang mit diesen in "der Linken" verbessert werden. Um auf das Angebot aufmerksam zu machen unterstützt Netzwerk gemeinsam mit der Druckerei Hinkelstein die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe.
Fahrwerk Kurierkollektiv
Das Fahrwerk Kurierkollektiv hat am 1. September 2009 seine Arbeit aufgenommen. Sie haben sich wegen der äußerst schlechten Arbeitsbedingungen von Fahrradkurieren in den herkömmlichen Zentralen mit erzwungener (Schein-)Selbstständigkeit, Unterbezahlung, fehlender sozialer Absicherung, Konkurrenz zu anderen Kurieren, Bezahlung pro gefahrenem Auftrag, schlechte Arbeitsatmosphäre, etc. entschieden, eine eigene Zentrale aufzubauen. Sie treffen alle Entscheidungen im Konsens auf zweiwöchentlich stattfindenden Plenas. Sie fahren mit dem Rad durch Berlin, und transportieren für Kund_innen aus allen Branchen eilige Sendungen. Mittlerweile sind sie ein festes Team aus 6 Leuten. Netzwerk unterstützt das Kollektiv mit einer Starthilfeförderung.
"Erich Mühsam - Kein Lampenputzer"
Die Zeitung Jungle World organisiert am 21. Mai im Festsaal Kreuzberg eine Veranstaltung zu Erich Mühsam, welche von den 4 Künstlern Harry Rowohlt, Thomas Ebermann, Frank Spilker und Knarf Rellöm gestaltet wird. Im Mittelpunkt stehen u.a. Polemiken und Satiren gegen den Nationalsozialismus und zur Opposition gegen den Ersten Weltkrieg. Netzwerk springt bei der Bezahlung der Mietkosten ein.
Heraus zum 1. Mai 2010
Einige Gruppen aus dem antifaschistischen Bündnis gegen den Nazi-Aufmarsch in Berlin und aus dem Vorbereitungskreis zur Revolutionären 1. Mai-Demonstration werden eine Broschüre in Form eines Jugendinfos im Vorfeld des Ersten Mais herausgeben. In der Broschüre wird zudem auf den in Berlin stattfindenden zentralen Nazi-Aufmarsch Bezug genommen. Mit der Broschüre wird ein dreifaches Ziel verfolgt: Erstens Mobilisierung zu den beiden Aktionen, zweitens inhaltliche Unterfütterung der Mobilisierungen und drittens soll die Broschüre als Medium dienen, um im Vorfeld über Repression aufklären zu können. Der größte Teil der Auflage soll vor Schulen, Oberstufenzentren und in Jugendclubs verteilt werden. Netzwerk steuert einen Teil der Druckkosten bei.
Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen
Die Antirassistische Initiative Berlin e.V. dokumentiert seit nunmehr 17 Jahren Todesfälle und Verletzungen von Flüchtlingen in Deutschland. Sie veröffentlicht Geschichten von Menschen, die ohne die rassistische Sondergesetzgebung der BRD oder den Rassismus der Gesellschaft unversehrt gelebt hätten. Die jährlich aktualisierte Dokumentation zeigt an über 5.000 Einzelgeschehnissen die Auswirkungen des staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus auf die Betroffenen. Netzwerk beteiligt sich an den Kopierkosten der Dokumentation.
Gegen Gentrifizierung - Schokoladen in Mitte muss bleiben
Im Wohn- und Kulturprojekt Schokoladen, gegründet nach einer Hausbesetzung 1990, in der Ackerstraße leben und arbeiten seit 20 Jahren unzählige Projekte und Einzelpersonen. Im sanierten Stadtteil Mitte ist der Schokoladen einer der wenigen Orte, die jungen Künstler_innen Räume bieten, um freie, nicht kommerzielle und soziale Kultur zu schaffen. Der Schokoladen ist akut gefährdet. Die Wohn - und Gewerbeflächen sind durch den Eigentümer gekündigt. Die aktuell anhängige Räumungsklage wurde in erster Instanz abgewiesen und befindet sich im Moment auf dem Weg in die zweite Instanz. Es wird gerade um eine Lösung mit dem Eigentümer verhandelt. Optionen sind entweder ein Kauf oder gesicherte langfristige Mietverträge zu verträglichen Konditionen. Es ist eine einmonatige Ausstellung an den Fassaden des Hauses und im Hof sowie eine Eröffnungsveranstaltung am 19. Juni 2010 geplant, um auf die Situation des Hauses aufmerksam zu machen. Netzwerk beteiligt sich an den Kosten der Aktion.
Ende einer Dienstfahrt!
Das Bündnis für die Einstellung der § 129a-Verfahren hat den Prozess, der im Herbst 2009 zur Verurteilung der Hauptbeschuldigten führte, solidarisch und kritisch begleitet. Im Augenblick ist das Bündnis mit der Auswertung beschäftigt und arbeitet weiter, bis über eine Revision entschieden ist. Die Zeitungsbeilage "Ende einer Dienstfahrt" wird als wichtiges Medium zur Öffentlichkeitsarbeit genutzt und beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit der Bewertung des Urteils im mg-Prozess (3 und 3,5 Jahre Haft), interpretiert zwei Studien über linke Gewalt in Berlin und worauf sie abzielen und die berichtet über die Tanklaster-Bombardierung in Afghanistan und die Auswirkungen auf die deutsche Politik. Ein Teil der Druckkosten der Zeitung wird von Netzwerk getragen.
Straßenmemory "Geschichte wird gemacht - Wir machen Geschichte"
Die AG Öffentlichkeitsarbeit der SOG eG (Selbstverwaltete Ostberliner Genossinnenschaft), plant in Zusammenarbeit mit dem Straßenfestplenum der „Fiesta Kreutziga" eine einjährige Kampagne im Rahmen einer Geschichtswerkstatt anlässlich der nunmehr 20jährigen Geschichte von Hausprojekten in Friedrichshain. Dahinter steckt die Idee, den Erinnerungsraum von über 20 Jahren für eine Rückschau zu öffnen, in der es "um die Identifizierung gemeinsamer Referenzpunkte, aber dennoch um individuelle Deutungen, statt der Suche nach einer allgemeingültigen historischen Wahrheit" geht. Fragen sind unter anderem: Wie hängen Biographie, Hausgeschichte und Entwicklungen im Stadtteil miteinander zusammen? Was haben wir in dieser Zeit an Initiativen und Ideen entwickelt und gelernt und was davon wollen und können wir weitergeben? Als ein Baustein wird ein witterungstaugliche Straßenmemorys erstellt, indem wichtige Erfahrungen und Entwicklungen im Kiez, verbunden über die Jahreszahl mit einem bedeutenden gesellschaftlichen Ereignis in Zusammenhang gesetzt wird. Die Herstellung des Memorys wird von Netzwerk bezuschusst.
Let´s push things forward - Kampagne gegen rechte Zeitungen
Es werden tagtäglich an ganz normalen Kiosken und in diversen Supermärkten widerspruchslos reaktionäre Zeitungen von "Junge Freiheit" bis "Deutsche Stimme" verkauft und damit nationalistische, rassistische, sexistische, homophobe, militaristische und zum Teil sogar NS-verherrlichende Inhalte in Auflagen von zusammen ca. 200.000 Exemplaren verbreitet. Seit Jahresbeginn sind mit der "Zuerst!" und der "Preußischen Allgemeine Zeitung" zwei neue solcher Zeitschriften offen am Kiosk erhältlich. Dagegen wird es ab April 2010 in Berlin und Brandenburg eine Aktionswoche zum Start der Kampagne "Let´s push things forward - Gegen rechte Zeitungen" geben. Kernstück der Kampagne ist eine koordinierende Internetseite, auf der es neben konkreten Informationen zu den Zeitungen und Verkaufstellen auch Termine und den Kampagnengrundsatztext geben wird, der von möglichst vielen Initiativen, Gruppen und Zusammenhängen unterstützt werden soll. Netzwerk unterstützt die Macher_innen der Kampagne bei der Öffentlichkeitsarbeit.
Nazi-Aufmarsch in Dresden blockieren!
Am 13. Februar 2010 sind Proteste gegen den Neonaziaufmarsch, der anlässlich der alliierten Bombenangriffe im Februar 1945 auf Dresden stattfindet, geplant. Aus Berlin fahren mehrere Busse nach Dresden. Die Emanzipative Antifaschistische Gruppe plant gemeinsam mit anderen Gruppen eine Protestveranstaltung am Freitag, den 12. Februar, ruft aber auch zu den Blockaden und Protesten am Samstag mit auf. Netzwerk unterstützt die Gruppe bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Busmiete.
Frisch serviert vom Krisenherd
Das Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik plant von Mitte Februar bis zum internationalen Tag des Widerstandes und der Aktion gegen alle Formen von Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung von Via Campesina am 17. April 2010 eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Frisch serviert vom Krisenherd". Angesprochen werden soll eine interessierte globalisierungskritische, ökologisch orientierte und nach Alternativen suchende Öffentlichkeit. Bei den Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen geht es der Gruppe um Diskussion und Erfahrungsaustausch, Vernetzung von Aktiven und Aktivierung der städtischen Bevölkerung. Netzwerk übernimmt die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit.
Event zur queerfeministischen Ökonomiekritik
Mehrere Gruppen organisieren, vom 4. bis zum 6. März 2010, ein Event zur queerfeministischen Ökonomiekritik. Nach dem „Auftakt-Forum" in der Manege der Rütli-Schule, wo lokal verankerte Organisationen in einer Diskussionsrunde über ihre Erfahrungen mit und Perspektiven auf Queer-Feminismus, Arbeitskämpfe, strukturelle Gewaltverhältnisse, Organisation von Arbeitskräften aus der informellen Ökonomie und Ökonomiekritik sprechen und Probleme, Erfolge und Forderungen formulieren werden, finden an den darauf folgenden Tagen insgesamt ca. 14 Veranstaltungen zu verschiedenen thematischen Strängen in der Werkstatt der Kulturen statt. Die Veranstaltung richtet sich an eine politische Öffentlichkeit und möchte für queere und feministische Perspektiven werben. Die Teilnehmer_innen sollen bestenfalls über gemeinsame Ansätze, Positionen und Strategien ins Gespräch kommen sowie nachhaltige Strukturen der linken politischen Vernetzung und Arbeit entwickeln. Netzwerk greift den Macher_innen mit der Übernahme von Mietkosten unter die Arme.
Kampagne gegen Zwangsumzüge
Die Kampagne gegen Zwangsumzüge bietet seit der Einführung von Hartz IV ein Notruftelefon für Menschen an, die vom Jobcenter eine Aufforderung zur Senkung der Kosten der Unterkunft erhalten haben. Zwei mal in der Woche sitzen ehrenamtliche Berater_innen am Telefon. Da es derzeit keine Förder_innen gibt, aber eine Finanzierung ab Mitte diesen Jahres wieder in Aussicht gestellt wurde, übernimmt Netzwerk die laufenden Kosten für 6 Monate und gibt einen Zuschuss für die notwendige Öffentlichkeitsarbeit.














