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Unterstützte Projekte 2010

Gemeinsam sind wir stärker

Heraus zum 1. Mai 2010

Einige Gruppen aus dem antifaschistischen Bündnis gegen den Nazi-Aufmarsch in Berlin und aus dem Vorbereitungskreis zur Revolutionären 1. Mai-Demonstration werden eine Broschüre in Form eines Jugendinfos im Vorfeld des Ersten Mais herausgeben. In der Broschüre wird zudem auf den in Berlin stattfindenden zentralen Nazi-Aufmarsch Bezug genommen. Mit der Broschüre wird ein dreifaches Ziel verfolgt: Erstens Mobilisierung zu den beiden Aktionen, zweitens inhaltliche Unterfütterung der Mobilisierungen und drittens soll die Broschüre als Medium dienen, um im Vorfeld über Repression aufklären zu können. Der größte Teil der Auflage soll vor Schulen, Oberstufenzentren und in Jugendclubs verteilt werden. Netzwerk steuert einen Teil der Druckkosten bei.

Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen

Die Antirassistische Initiative Berlin e.V. dokumentiert seit nunmehr 17 Jahren Todesfälle und Verletzungen von Flüchtlingen in Deutschland. Sie veröffentlicht Geschichten von Menschen, die ohne die rassistische Sondergesetzgebung der BRD oder den Rassismus der Gesellschaft unversehrt gelebt hätten. Die jährlich aktualisierte Dokumentation zeigt an über 5.000 Einzelgeschehnissen die Auswirkungen des staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus auf die Betroffenen. Netzwerk beteiligt sich an den Kopierkosten der Dokumentation.

Gegen Gentrifizierung - Schokoladen in Mitte muss bleiben

Im Wohn- und Kulturprojekt Schokoladen, gegründet nach einer Hausbesetzung 1990, in der Ackerstraße leben und arbeiten seit 20 Jahren unzählige Projekte und Einzelpersonen. Im sanierten Stadtteil Mitte ist der Schokoladen einer der wenigen Orte, die jungen Künstler_innen Räume bieten, um freie, nicht kommerzielle und soziale Kultur zu schaffen. Der Schokoladen ist akut gefährdet. Die Wohn - und Gewerbeflächen sind durch den Eigentümer gekündigt. Die aktuell anhängige Räumungsklage wurde in erster Instanz abgewiesen und befindet sich im Moment auf dem Weg in die zweite Instanz. Es wird gerade um eine Lösung mit dem Eigentümer verhandelt. Optionen sind entweder ein Kauf oder gesicherte langfristige Mietverträge zu verträglichen Konditionen. Es ist eine einmonatige Ausstellung an den Fassaden des Hauses und im Hof sowie eine Eröffnungsveranstaltung am 19. Juni 2010 geplant, um auf die Situation des Hauses aufmerksam zu machen. Netzwerk beteiligt sich an den Kosten der Aktion.

Ende einer Dienstfahrt!

Das Bündnis für die Einstellung der § 129a-Verfahren hat den Prozess, der im Herbst 2009 zur Verurteilung der Hauptbeschuldigten führte, solidarisch und kritisch begleitet. Im Augenblick ist das Bündnis mit der Auswertung beschäftigt und arbeitet weiter, bis über eine Revision entschieden ist. Die Zeitungsbeilage "Ende einer Dienstfahrt" wird als wichtiges Medium zur Öffentlichkeitsarbeit genutzt und beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit der Bewertung des Urteils im mg-Prozess (3 und 3,5 Jahre Haft), interpretiert zwei Studien über linke Gewalt in Berlin und worauf sie abzielen und die berichtet über die Tanklaster-Bombardierung in Afghanistan und die Auswirkungen auf die deutsche Politik. Ein Teil der Druckkosten der Zeitung wird von Netzwerk getragen.

Straßenmemory "Geschichte wird gemacht - Wir machen Geschichte"

Die AG Öffentlichkeitsarbeit der SOG eG (Selbstverwaltete Ostberliner Genossinnenschaft), plant in Zusammenarbeit mit dem Straßenfestplenum der „Fiesta Kreutziga" eine einjährige Kampagne im Rahmen einer Geschichtswerkstatt anlässlich der nunmehr 20jährigen Geschichte von Hausprojekten in Friedrichshain. Dahinter steckt die Idee, den Erinnerungsraum von über 20 Jahren für eine Rückschau zu öffnen, in der es "um die Identifizierung gemeinsamer Referenzpunkte, aber dennoch um individuelle Deutungen, statt der Suche nach einer allgemeingültigen historischen Wahrheit" geht. Fragen sind unter anderem: Wie hängen Biographie, Hausgeschichte und Entwicklungen im Stadtteil miteinander zusammen? Was haben wir in dieser Zeit an Initiativen und Ideen entwickelt und gelernt und was davon wollen und können wir weitergeben? Als ein Baustein wird ein witterungstaugliche Straßenmemorys erstellt, indem wichtige Erfahrungen und Entwicklungen im Kiez, verbunden über die Jahreszahl mit einem bedeutenden gesellschaftlichen Ereignis in Zusammenhang gesetzt wird. Die Herstellung des Memorys wird von Netzwerk bezuschusst.

Let´s push things forward - Kampagne gegen rechte Zeitungen

Es werden tagtäglich an ganz normalen Kiosken und in diversen Supermärkten widerspruchslos reaktionäre Zeitungen von "Junge Freiheit" bis "Deutsche Stimme" verkauft und damit nationalistische, rassistische, sexistische, homophobe, militaristische und zum Teil sogar NS-verherrlichende Inhalte in Auflagen von zusammen ca. 200.000 Exemplaren verbreitet. Seit Jahresbeginn sind mit der "Zuerst!" und der "Preußischen Allgemeine Zeitung" zwei neue solcher Zeitschriften offen am Kiosk erhältlich. Dagegen wird es ab April 2010 in Berlin und Brandenburg  eine Aktionswoche zum Start der Kampagne "Let´s push things forward-Gegen rechte Zeitungen" geben. Kernstück der Kampagne ist eine koordinierende Internetseite, auf der es neben konkreten Informationen zu den Zeitungen und Verkaufstellen auch Termine und den Kampagnengrundsatztext geben wird, der von möglichst vielen Initiativen, Gruppen und Zusammenhängen unterstützt werden soll. Netzwerk unterstützt die Macher_innen der Kampagne bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Nazi-Aufmarsch in Dresden blockieren!

Am 13. Februar 2010 sind Proteste gegen den Neonaziaufmarsch, der anlässlich der alliierten Bombenangriffe im Februar 1945 auf Dresden stattfindet, geplant. Aus Berlin fahren mehrere Busse nach Dresden. Die Emanzipative Antifaschistische Gruppe plant gemeinsam mit anderen Gruppen eine Protestveranstaltung am Freitag, den 12. Februar, ruft aber auch zu den Blockaden und Protesten am Samstag mit auf. Netzwerk unterstützt die Gruppe bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Busmiete.

Frisch serviert vom Krisenherd

Das Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik plant von Mitte Februar bis zum internationalen Tag des Widerstandes und der Aktion gegen alle Formen von Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung von Via Campesina am 17. April 2010 eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Frisch serviert vom Krisenherd". Angesprochen werden soll eine interessierte globalisierungskritische, ökologisch orientierte und nach Alternativen suchende Öffentlichkeit. Bei den Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen geht es der Gruppe um Diskussion und Erfahrungsaustausch, Vernetzung von Aktiven und Aktivierung der städtischen Bevölkerung. Netzwerk übernimmt die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit.

Event zur queerfeministischen Ökonomiekritik

Mehrere Gruppen organisieren, vom 4. bis zum 6. März 2010, ein Event zur quuerfeministischen Ökonomiekritik. Nach dem „Auftakt-Forum" in der Manege der Rütli-Schule, wo lokal verankerte Organisationen in einer Diskussionsrunde über ihre Erfahrungen mit und Perspektiven auf Queer-Feminismus, Arbeitskämpfe, strukturelle Gewaltverhältnisse, Organisation von Arbeitskräften aus der informellen Ökonomie und Ökonomiekritik sprechen und Probleme, Erfolge und Forderungen formulieren werden, finden an den darauf folgenden Tagen insgesamt ca. 14 Veranstaltungen zu verschiedenen thematischen Strängen in der Werkstatt der Kulturen statt. Die Veranstaltung richtet sich an eine politische Öffentlichkeit und möchte für queere und feministische Perspektiven werben. Die Teilnehmer_innen sollen bestenfalls über gemeinsame Ansätze, Positionen und Strategien ins Gespräch kommen sowie nachhaltige Strukturen der linken politischen Vernetzung und Arbeit entwickeln. Netzwerk greift den Macher_innen mit der Übernahme von Mietkosten unter die Arme.

Kampagne gegen Zwangsumzüge

Die Kampagne gegen Zwangsumzüge bietet seit der Einführung von Hartz IV ein Notruftelefon für Menschen an, die vom Jobcenter eine Aufforderung zur Senkung der Kosten der Unterkunft erhalten haben. Zwei mal in der Woche sitzen ehrenamtliche Berater_innen am Telefon. Da es derzeit keine Förder_innen gibt, aber eine Finanzierung ab Mitte diesen Jahres wieder in Aussicht gestellt wurde, übernimmt Netzwerk die laufenden Kosten für 6 Monate und gibt einen Zuschuss für die notwendige Öffentlichkeitsarbeit.