Streetart: Fuchs Live the story you want to tell

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neues von netzwerk – februar 2026

Liebe Aktive und Projekte,

wir sagen, wie es ist: Das Jahr startet wirklich nicht leicht.

Am 4. Februar wird in Budapest ein Urteil im Prozess gegen Maja erwartet. Seit einem Jahr ist Maja, nach einer rechtswidrigen Auslieferung nach Ungarn, einem Schauprozess sowie desolaten Haftbedingungen ausgesetzt. Es ist davon auszugehen, dass trotz fehlender Beweislast ein hartes Urteil gefällt wird, um ein Exempel zu statuieren. Diese rechtsstaatliche Farce und Kriminalisierungskampagne gegen antifaschistische Arbeit wollen wir nicht stillschweigend hinnehmen: Kommt zur Demo am 4. Februar um 18:30 Uhr am Schlesischen Tor oder seid am 7. Februar in Jena bei der Großdemo mit dabei.

Unsere Gedanken sind zudem bei den mutigen Menschen im Iran sowie den Kurd:innen in Rojava. Die friedlichen Massenproteste wurden vom iranischen Regime brutal niedergeschlagen und die eigene Bevölkerung zu Tausenden getötet, inhaftiert und hingerichtet. Grausamkeiten anderer, aber ähnlicher Art finden in Syrien statt, wo die syrische Übergangsregierung mit islamistischen Milizen die kurdische Selbstverwaltung im Nordosten des Landes bombardiert und angreift, während der Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa von der EU und Deutschland politisch und finanziell unterstützt wird. Auch hier müssen wir laut werden – ob auf der Straße oder über eine Kontaktaufnahme von Abgeordneten.

Nichtsdestotrotz wollen wir euch auch mit ein paar schönen Gedanken in den Februar geleiten und legen euch deswegen unsere aktuelle Schwein-gehabt-Podcastfolge ans Herz. Denn wir haben mit dem Jugendwohnprojekt JWP Mittendrin gesprochen, die trotz aller Widrigkeiten eine antifaschistische, widerständige Praxis in Neuruppin umsetzen. 

Hört gerne mal rein: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/aktuell/podcast/jwp-mittendrin-364

Ihr findet zudem wie immer unsere geförderten Projekte aus diesem Monat sowie einige Veranstaltungstipps.

Viel Spaß beim Lesen und bleibt stark!
 

Euer Netzwerk Büro

Spenden macht glücklich!

Netzwerk Selbsthilfe als solidarischer Förderfonds braucht Spenden! Wenn du selbstorganisierte Projekte unterstützen willst – dann spende an uns, denn Spenden macht glücklich!

Infos: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/spenden

 

Geförderte Projekte im Januar 2026

Alle geförderten Projekte: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/projekte

Alle geförderten Projekte im Förderschwerpunkt Brandenburg: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/projekte/foerderschwerpunkt-brandenburg

 

1. Bibliothek der Freien – Baumaßnahmen

Die Bibliothek der Freien ist eine selbstorganisierte Spezialbibliothek zu den Themen Anarchismus, Syndikalismus und herrschaftsloser Sozialismus. Mit über 5.000 Büchern und Broschüren sowie 8.000 Zeitschriften aus den letzten 130 Jahren gilt sie als größte öffentlich zugängliche anarchistische Bibliothek in Deutschland. Ihr Räumlichkeiten sollen nun durch die Erneuerung einer Treppe besser zugänglich gemacht werden.

Netzwerk unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss zu den Baumaßnahmen.

Infos: https://bibliothekderfreien.de


2. Broschüre zum 15. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima

Sayonara Nukes Berlin (SNB) ist eine Gruppe von in Berlin lebenden Japaner*innen, die sich gegen Atomenergie und Atomwaffen engagieren. 2026 jährt sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum 15. Mal. Die Gefahr der Atomkraft – egal durch Atomenergie oder Kernwaffen – ist aktuell wieder hoch, weswegen es umso notweniger ist, über die Folgen einer realen Atomkatastrophe aufzuklären. Deshalb will die Gruppe zum 15. Jahrestag von Fukushima eine Informationsbroschüre herausgeben, mit der man sich über die aktuelle Lage von Fukushima aus
unterschiedlichen Aspekten (mit Beiträgen von Betroffenen, Journalist:innen, Strahlenphysiker:innen und Ärztinnen) informieren kann.

Netzwerk bezuschusst hierfür die Druckkosten.

Infos: https://sayonara-nukes-berlin.de

 

3. Broschüre zur feministischen Religionskritik

Die Gruppe Theorie, Kritik & Aktion (TKA) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit feministischer und antisemitismuskritischer Gesellschaftskritik. Sie will politische Praxis und theoretische Auseinandersetzung mit konkreter Intervention und Organisierung verbinden.
Geplant ist aktuell der Druck einer Broschüre zu Religion als gesellschaftlichem Machtfaktor und ihr Einfluss auf politische Prozesse. Im Zentrum stehen die Wirkweisen religiöser Bezüge in gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen sowie die innerlinken Widersprüche, die sich im Umgang mit Religion zeigen – sowohl allgemein als auch konkret in Bündniszusammenhängen.

Netzwerk unterstützt die Gruppe mit der Finanzierung der Druckkosten.

Infos: https://tka.tem.li

 

4. Unterstützung der Zelle79 Cottbus nach Nazi-Angriffen

Die Zelle79 ist ein Hausprojekt sowie alternatives Jugendzentrum in Cottbus und ist ein wichtiger, offenen Raum für marginalisierte und politisch linke Gruppen. Die Bewohner:innen sowie Aktiven rund um das Hausprojekt engagieren sich in der lokalen und überregionalen antifaschistischen Arbeit und bieten vor Ort kostenlose Veranstaltungen, Infomaterial und Technik-Ausleihe an.
Das Haus und die Menschen werden regelmäßig von Nazis angegriffen. Vor ca. einem
Jahr wurde eine Person vor der Haustür körperlich angegriffen, im Mai 2025 wurde
Pyrotechnik in den Hinterhof geworfen und es wurde versucht die Tür aufzurammen. Zuletzt wurde im Dezember 2025 und im Januar 2026 erst der Briefkasten und dann die ganze Tür mit Pyrotechnik gesprengt. Solche Angriffe gehen an den Menschen auch psychologisch nicht spurlos vorbei und sollen gemeinsam besprochen und aufgearbeitet werden.

Netzwerk unterstützt das Projekt mit einem Zuschuss für die Aufarbeitung dieser Angriffe.

Infos: http://zelle79.org

 

Veranstaltungen und Co

 

1. Kiezrundgang am Görli

Wieviele Löcher hat der Zaun? Und wie geht es ist unseren Protesten weiter? Warum ein Zaun und eine nächtliche Schließung für die Tonne sind und was nachhaltigere Lösungen wären.

Wann & Wo: Sonntag, 8. Februar 2026 um 18:00 Uhr an der Wrangelstraße Ecke Falckensteinstraße | Berlin – Kreuzberg
Infos: https://radar.squat.net/de/event/berlin/stressfaktor/2026-02-08/kiezrundgang-am-gorli

 

2. Lesung: „Alles muss man selber machen“

Christopher Wimmer erzählt in seinem Buch „Alles muss man selber machen“ die Geschichte der verschiedenen Rätebewegungen. Er zeigt an unterschiedlichen historischen Beispielen, dass das Räteprinzip bedeutet, möglichst alle Beteiligten in Entscheidungen miteinzubeziehen, zum Beispiel beim Verwalten von Schulen und Krankenhäuser und anderer Institutionen – ohne die üblich zentrale männliche Führungsfigur oder einen Staat. Das aktuell Beispiel ist Rojava, wo kurdische Menschen mit kollektiven Anstrengungen ein gemeinsames Leben aufgebaut haben, gegen Kapitalismus und Patriarchat und daran gearbeitet haben, eine Gesellschaft voranzubringen, die in der Befreiung der Frauen, einem ökologischen Leben und demokratischer Selbstverwaltung verwurzelt ist.

Wann & Wo: Freitag, 13. Februar 2026 um 19:00 Uhr im Syndikat | Berlin – Neukölln

Infos: https://bastaberlin.de/artikel/81f10cce-d7ee-48a9-8e2c-091665f42e8d

 

3. Workshop: Finanz-ABC für bewegungspolitische Arbeit

Wir wollen das Klima retten, Nazis vertreiben, Rassismus bekämpfen und Konzerne enteignen – aber wie finanzieren wir das eigentlich? In diesem Workshop geht es um die Grundlagen bewegungspolitischer Finanzen. Er wird von erfahrenen Aktivist*innen gestaltet und richtet sich an Menschen, die in ihren Gruppen für Finanzen zuständig sind oder es werden möchten. Es gibt Raum für Austausch & Skill-Sharing, auch für Menschen mit Vorerfahrung und Teilnehmer*innen des ersten Workshops.

Wann & Wo: Samstag, 21. März 2026 von 10:30 – 17:30 Uhr in Berlin

Infos & Anmeldung: https://movement-hub.org/2026/01/21/finanzen-fundraising-workshop-ii


4. Online-Bibliothek: How to Organize

HowToOrga ist eine Bibliothek voll mit Aktivismus-Wissen. Die Seite ermöglicht es euch, einfacher an für euch wichtige Infos zu kommen. Sie ist breit gefächert und umfasst viele Themenfelder. Selbstverständlich kann die Website nicht auf alles eine Antwort geben, aber von „Wie organisiere ich eine Demo“ über „Wie komme ich an Geld“ bis „Was kann ich bei Konflikten machen“ ist vieles dabei.

Infos: https://howtoorga.de

 

In eigener Sache

 

1. Anträge

Nächster Abgabetermin für laufende Anträge und Anträge im Förderschwerpunkt „Brandenburg – Antifa bleibt Landarbeit“ ist der 1. März 2026.

Infos: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/foerderung
Infos: https://netzwerk-selbsthilfe.de/foerderung/antifa-bleibt-landarbeit


2. Offene ONLINE-Beratung zur Projektfinanzierung

Der nächste Beratungstermin für selbstorganisierte Projekte aus dem aktivistischen Kontext, die auf der Suche nach Fördermitteln sind, in Kooperation mit dem AStA der TU Berlin, ist am Montag, den 9. Februar, von 14:00 bis 17:00 Uhr.

Wo: Online-Termine können per Mail vereinbart werden.
Infos: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/beratung
Broschüre Fördertöpfe bestellen: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/bestellen
 

3. Netzwerk-Podcast: „Schwein gehabt“

Hier hört ihr spannende Interviews mit geförderten Projekten. Die neueste Folge mit dem Jugendwohnprojekt Mittendrin ist jetzt online.

Alle Episoden: https://pod.link/1772641647