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neues von netzwerk – juli/​august 2026

Liebe Aktive, Projekte und Initiativen,

die eigene antifaschistische Haltung deutlich zu äußern, während radikal-völkische Vorstellungen an Einfluss gewinnen, ist in den heutigen Tagen nicht leicht. Ein Messerangriff von jungen Neonazis auf einen Antifaschisten in Göttingen macht uns traurig. Wütend macht uns, dass der vermutliche Täter schon wieder auf freiem Fuß ist, weil er behauptet in Notwehr gehandelt zu haben. Das erinnert an die einseitigen Ermittlungen bei einem Übergriff 2024 in Berlin, bei dem zwei Antifaschisten schwer verletzt wurden. 

Dass der Staat Antifaschist*innen mit aller Härte verfolgt, können wir auch im Antifa-Ost-Verfahren sehen. Zugleich benötigten die Polizeien, Staatsanwaltschaften und Geheimdienste aber ein Jahrzehnt, um die Mordserie des NSU überhaupt als rechtsterroristische und rassistische Taten zu begreifen. 

In den 1990er Jahren wurden die ersten Mobile Beratungen gegen Rechtsextremismus (MBR) gegründet, um durch Aufklärung, Beratung und Bildungsarbeit in Schulen, Vereinen und Kommunen demokratische Handlungsmacht zu gewinnen. Betroffen macht uns, dass Bianca Klose, die Gründerin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR), letzte Woche viel zu früh verstorben ist.

Bleibt stabil, euer Netzwerk

P.S. Ach ja … Da war ja noch was. Es gibt keine Neutralität gegenüber dem Faschismus. Am 4. Juli Höcke in Erfurt stoppen!

 

Geförderte Projekte im Juni 2026

Alle geförderten Projekte: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/projekte

Alle geförderten Projekte im Förderschwerpunkt Brandenburg „Antifa bleibt Landarbeit“: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/projekte/foerderschwerpunkt-brandenburg

 

1. Behindert und verrückt feiern – Pride Parade

Die Gesellschaft ist von einem Mainstream geprägt, der den leistungsstarken und unauffälligen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Seit 2013 organisiert das hierarchiearme Bündnis die Behindert und verrückt feiern-Paraden, um Menschen sichtbar zu machen, die als „verrückt“ oder „behindert“ bezeichnet werden. In diesem Jahr wird am 19. September, besonders auf diejenigen aufmerksam gemacht, die aufgrund von Long-Covid und ME/CFS nicht teilnehmen können.

Netzwerk beteiligt sich an den Technikkosten. 

Infos: https://pride-parade.de

Vormerken: Samstag, 19. September 2026 ab 15 Uhr Hasenheide/Ecke Jahnstrasse in Berlin-Neukölln

 

2. Der Görli soll auf bleiben!

Görli 24/7 ist seit Anfang 2024 gegen die geplante Görli-Schließung sowie gegen Ausgrenzung, Verdrängung, Rassismus und die unsoziale Kürzungspolitik des aktuellen Berliner Senats aktiv. Trotz der zwischenzeitlichen Öffnung durch ein Gerichtsurteil geht die Kampagne gegen die Görli-Schließung tatkräftig weiter, denn ein Urteil im Hauptsacheverfahren steht noch aus. Zusätzlich rücken auch Themen wie die geplante KI-gestützte Videoüberwachung am Testobjekt Görli in den Fokus. Geplant bzw. angedacht sind eine Vielzahl von Aktionen, wie Demonstrationen, Kundgebungen, große und vielfältige Aktionstage, regelmäßige Kiez- und Parkversammlungen, ein Ausbau der Vernetzung, kreative Kunstaktionen und Interventionen in Park und Umgebung. Momente zivilen Ungehorsams werden dabei explizit nicht ausgeschlossen. 

Netzwerk beteiligt sich an Material- und Technikkosten.

Infos: http://www.goerli247.noblogs.org

 

3. Teilhabe durch Dolmetschen

Das Verdolmetschungskollektiv spit hat sich Anfang dieses Jahres gegründet und ist deshalb noch recht jung. Ziel ist es, möglichst vielen Menschen die politische Teilhabe zu ermöglichen, indem sie Veranstaltungen simultan verdolmetschen. Um das Kollektiv zu vergrößern, wollen sie im Juli einen Workshop veranstalten. Dieser richtet sich zum einen an Menschen, zu denen sie bereits Kontakt haben, zum anderen aber auch besonders an neue Leute.

Netzwerk unterstützt mit einer Anschubfinanzierung.

 

4. Sound­watch Music Film Festival Berlin

Im Rahmen der 10. Festivalausgabe sollen die Ideen des britischen Kulturkritikers Mark Fisher (1968-2017) und ihre heutige Relevanz untersucht werden. Gerade in Zeiten, in denen Kultur als Resonanzraum der Demokratie und Kunstfreiheit als Voraussetzung dafür in Frage gestellt, gar bedroht werden, ist es wichtig, ein emanzipatorischen Kulturverständnis zu artikulieren. Er analysierte, wie Kultur sowohl affirmativ als auch widerständig sein kann. Beim Festival soll der kollektiv produzierte Dokumentarfilm „We are Making A Film about Mark Fisher“ (GB 2025) mit deutschen Untertiteln gezeigt und danach mit Macher*innen und Expert*innen diskutiert werden. 

Netzwerk übernimmt die Kosten für die Filmlizenzen.

Infos: https://soundwatch.de

 

5. Letters of Resistance

Das Projekt „Letters of Resistance“ ist eine Kooperation von We’ll come United und dem GEAS Watch. Die Berliner Gruppe des Netzwerks hat das Projekt „Letters of Resistance“ ins Leben gerufen. Ausgangspunkt waren Briefe, die Überlebende über Gewalterfahrungen im Grenzregime geschrieben haben. Für das Projekt „Gelbe Briefe“ sollen diese Texte in Umlauf gebracht werden. „Gelbe Briefe“ sind für Menschen im Asylregime emotional aufgeladen. Viele Menschen haben Angst vor diesen Brief, da ihr Leben vom Inhalt, also der Entscheidung über das Asylverfahren abhängt. Anfang September soll sich an einem „Kick-Off- Wochenende“ vernetzt werden und selbstermächtigend Briefe eingetütet und gestempelt, die dann ans BAMF und ans Innenministerium zurück gehen sollen.

Netzwerk fördert Materialkosten.

Infos: https://bordermonitoring.eu/berichte/geas-watch & https://www.welcome-united.org

 

Aus dem Netzwerk-Kosmos

 

1. Anträge

Im Juli & August haben wir Sommerpause. Der nächste Abgabetermin für laufende Anträge und Anträge im Förderschwerpunkt „Brandenburg – Antifa bleibt Landarbeit“ ist der 6. September 2026.

Infos: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/foerderung 

Infos: https://netzwerk-selbsthilfe.de/foerderung/antifa-bleibt-landarbeit 

 

2. Offene ONLINE-Beratung zur Projekt­finanzierung

Der nächsten Beratungstermine für selbstorganisierte Projekte aus dem aktivistischen Kontext, die auf der Suche nach Fördermitteln sind, in Kooperation mit dem AStA der TU Berlin, sind Dienstag, der 30. Juni und Montag, der 27. Juli 2026 von 10-13 Uhr.

Wo: Online-Termine können per Mail vereinbart werden.

Infos: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/beratung

Broschüre Fördertöpfe bestellen: https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/bestellen

 

3. Werdet Mitglied oder spendet für die politische Selbsthilfe

Spenden macht schön! – https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/spenden

Mit regelmäßigen Mitgliedsbeiträgen und Spenden sichert ihr unsere Unabhängigkeit und macht eine regelmäßige Förderung und Beratung politischer Initiativen möglich. 

https://www.netzwerk-selbsthilfe.de/spenden/mitglied-sein-17

 

Veranstaltungen und Co

 

1. Festival: Scirocco Festival für Bewegungs­freiheit

Die Organisator*innen schaffen einen Raum für Austausch, Widerstand und Visionen jenseits des bestehenden Grenzregimes. Das Scirocco Festival ermutigt zum Widerstand. Es bietet einen praktischen „Werkzeugkasten des Widerstands“, um rassistische und diskriminierende Praktiken innerhalb des Grenzregimes – wie Lager und Abschiebungen – zu bekämpfen. 

Wann & Wo: Freitag, 7. bis Sonntag, 9. August 2026 in der Wagenburg Lohmühle

Infos: https://sciroccofestival.noblogs.org

 

2. Gedenken: Kund­gebung für von Nazis ermordeten Obdach­losen

Die Gedenkinitiative Emil Wendland lädt zur jährlichen Gedenkveranstaltung ein. In einer Zeit, in der die Zahl der Betroffenen rechter Gewalt einen neuen Höchststand erreicht und unabhängige Beratungsstellen zunehmend unter Druck geraten, möchte die Gedenkinitiative gemeinsam mit der Zivilgesellschaft ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus setzen.

Wann & Wo: Mittwoch, 1. Juli 2026 ab 17 Uhr Gedenkkundgebung am Rosengarten in Neuruppin mit Redebeiträgen, Kranzniederlegung und Gedenkminute. Ab 18 Uhr folgt in der MHB (Altes Gymnasium) eine Lesung und Gespräch mit Dominik Bloh.

Infos: https://aktionsbuendnis-brandenburg.de/event/gedenken-an-emil-wendland-lesung-in-neuruppin

 

3. Sommer­tour 2026: Schöner Leben ohne Nazis

Mit der Tour sollen die vielen engagierten Brandenburger Jugendlichen gestärkt und queeres Leben sichtbar gemacht werden – insbesondere, weil alternative Orte und queere Veranstaltungen zunehmend mit rechtsextremen Anfeindungen konfrontiert sind. Der Stand von Schöner Leben ohne Nazis geht von Juni bis September durch Brandenburg auf Tour. Wenn ihr in Fürstenwalde, Bernau, Hennigsdorf oder an anderen Orten dabei sein wollt, gibts hier den vollständigen Tourplan.

Infos: https://aktionsbuendnis-brandenburg.de/schoener-leben-ohne-nazis

 

4. Pride Tour 2026: CSD-Termine für Ost­deutschland

Die regional und lokal organisierten CSD-Paraden sind, besonders in Ostdeutschland, massiven Angriffen von Rechts und offener Gewalt auf der Straße ausgesetzt. Damit es starke, bunte, antifaschistische Umzüge werden, fahrt nach Neuruppin, Ludwigsfelde, Cottbus oder an einen der anderen über 300 Orte bundesweit. Das Solidarische Bündnis gegen rechts Berlin verteilt Stempelkarten. Wenn ihr auf 5 verschiedenen CSDs wart, könnt ihr Stempel sammelt und bekommt ihr eine Überraschung.

Infos: https://pridesoliride.noblogs.org

Infos: https://www.csd-termine.de/2026

Infos: https://www.instagram.com/gegenrechts_berlin

 

5. Broschüre: Leit­faden für mehr Sicherheit und Handlungs­fähigkeit in Organisationen

Die Amadeu Antonio Stiftung hat einen „Leitfaden für Gegenstrategien zivilgesellschaftlicher Organisationen“ herausgegeben. Er gibt praktische Tipps, wie auf Angriffe gegen Förderprogramme oder auf die Arbeit einzelner Initiativen durch Rechtsextreme reagiert werden kann. So wird beispielsweise erläutert, wie sich Vorwürfe des „Fördermittelmissbrauchs“ widerlegen lassen. Der Leitfallen soll dabei unterstützen, vorausschauend zu handeln, arbeitsfähig zu bleiben und Resilienz zu entwickeln.

Infos: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/feindliche-angriffe-auf-gemeinwohlorientierte-organisationen

 

6. Hot Kiez Summer: Sommer­fest gegen Gentrifizierung

Mit dem selbstorganisierten Hot Kiez Summer Fest wollen Jugendliche in und um das Jugendzentrum Bunte Kuh am 22. August 2026 in Weißensee ein Zeichen gegen die Gentrifizierung im Kiez setzen. Das Open Air soll in der Bunten Kuh und dem Jaspace stattfinden und auf die desolate Lage im Kiez aufmerksam machen.

Wann & Wo: Samstag, 22. August 2026 in Weißensee

Infos: https://www.instagram.com/p/DZW-Wg8OfTm

 

7. Wärme­gipfel Berlin

Viele Menschen fürchten, dass die Energiewende Verdrängung bedeutet. Gleichzeitig steigen die Kosten für Gas, Strom und Heizung – mit wachsendem Armutsrisiko. 2025 wurde über 12.000 Berliner Haushalten der Strom gesperrt, rund 1.250 Haushalten das Gas. Auf dem Wärmegipfel sollen Mieter*innenbewegung, Nahwärme-Initiativen, sozial und ökologisch Aktive zusammenkommen, um klarzustellen: Die soziale Wärme-wende ist DAS zentrale Thema der nächsten Legislatur. Es werden die Eckpunkte für den kommenden Koalitionsvertrag im Bereich Wärme entwickelt und damit ein klarer Auftrag an den nächsten Senat formuliert.

Wann & Wo: Samstag, 29. August 2026 ab 12 Uhr im Refugio Berlin Lenaustr. 4 in 12047 Berlin-Neukölln

Infos: https://www.waermegipfel.berlin

 

8. Broschüre: Holy **** – Linke Perspek­tiven auf Religion und Emanzipation

Die von Netzwerk geförderte Broschüre versammelt sieben Beiträge, die sich kritisch mit Religion, religiösem Fundamentalismus und deren ideologischer Funktion in gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen auseinandersetzen.

Dabei werden auch die Verschränkungen von Religion mit Antifeminismus, Antisemitismus, regressiven Bewegungen und politischer Esoterik – ebenso wie die Leerstellen innerhalb linker Debatten, beleuchtet.

PDF: https://tka.tem.li/?p=982

 

9. Vormerken für September: Mieten­wahnsinn-Demo

Runter mit der Miete! Her mit den Wohnungen! Zwei Wochen vor der Berlinwahl gehen wir auf die Straße. Wir fordern Wohnraum für alle, die Vergesellschaftung von großen Immobilienkonzernen, einen Mietendeckel, die Abschaffung von Eigenbedarfskündigungen und Zwangsräumungen und kommunalen, ökologischen Neubau.

Wann & Wo: Samstag, 5. September 2026, 13 Uhr Rotes Rathaus in 10178 Berlin-Mitte

Infos: https://www.mietenwahnsinn.info/2026

 

10. Vormerken für September: Festival Offenes Werder

Das Aktionsbündnis Weltoffenes Werder lädt zum Festival Weltoffenes Werder auf dem Marktplatz in Werder ein. Besucher*innen erwartet ein abwechslungsreiches Bühnen-Programm mit Konzerten verschiedener Bands sowie ein buntes Mitmach-Angebot für Kinder und Jugendliche. Zusätzlich gibt es zahlreiche Info- und Mitmachstände, kulinarische Spezialitäten aus aller Welt und erfrischende Getränke. Das Festival setzt gemeinsam mit regionalen Akteur*innen ein starkes Zeichen gegen Rassismus, Rechtsextremismus, Hass und Hetze für mehr Vielfalt und Demokratie.

Wann & Wo: Samstag, 12. September 2026 ab 13 Uhr auf dem Marktplatz Werder (Havel)

Infos: https://www.weltoffenes-werder.de

 

11. Vormerken für September: Demo – Stabil gegen Rechts

Eine Woche vor den Wahlen in Berlin wird es eine kraftvolle und empowernde antifaschistische Demo auf der Bölschestraße geben. 

Wann & Wo: Sonntag, 13. September 2026 ab 14.30 Uhr S-Bahnhof Friedrichshagen

Infos: https://www.instagram.com/fhagen4alle