mit dem zur Zeit immer größer werdenden Einfluss von rechts-autoritären Kräften, geraten selbstorganisierte Initiativen genauso unter Druck wie Teile der Zivilgesellschaft, der Kultur und der Wissenschaft. Das vom RAV realisierte Portal recht-solidarisch.de sammelt Informationen, wertet diese aus und stellt Hilfestellungen und Einordnungen zusammen, wenn die Gemeinnützigkeit bedroht ist, und zeigen Handlungsmöglichkeiten, Ressourcen und Anlaufstellen auf. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wie sich der Rechtsruck konkret auf der Straße zeigt und was er für Betroffene bedeutet, kann sich im Jahresbericht der Berliner Register informieren. Was jede einzelne Person tun kann, ist zum Beispiel direkten Kontakt zu betroffenen Gruppen aufbauen und sich vernetzen. Praktischer Antifaschismus bleibt notwendig!
Den f.a.q.-Infoladen gibt es seit Oktober 2009 in Berlin-Neukölln. f.a.q. – das steht für feministisch, antisexistisch und queer. Der f.a.q.-Infoladen ist ein selbstverwaltetes Strukturprojekt. Die Orga-Gruppe stellt Räume und Infrastrukturen für queerfeministische Politik und Praxis sowie zur nachbar*innenschaftlichen Vernetzung zur Verfügung. Dieses Selbstverständnis, das im f.a.q. seit 17 Jahren gelebt wird, wurde in den letzten beiden Jahren durch eine Kündigung seitens der Hausverwaltung bedroht. Dank der vielen Unterstützer*innen, konnten sie erfolgreich für den Erhalt ihrer Räume kämpfen. Obwohl sie mit dem Mietkampf erfolgreich waren (im Sinne einer Weiterführung des Vertrags nach Renovierungsarbeiten) kommen in Zukunft hohe Kosten auf diesen selbstorganisierten Raum zu: Die Miete hat sich verdoppelt und wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Außerdem mussten sie den Raum im September 2026 verlassen und können erst nach Renovierungsarbeiten zurückkehren.
Netzwerk beteiligt sich an den Material-, Transport-, Mobiliarkosten und Küchenausstattung für den Wiedereinzug und die Renovierung.
Das 41. Black International Cinema Berlin 2026, organisiert von Fountainhead® Tanz Théâtre/Cultural Zephyr findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe CrossKultur 2026 in Tempelhof-Schöneberg statt. Im Mittelpunkt stehen Filme unabhängiger internationaler Filmemacher*innen aus der afrikanischen Diaspora sowie aus anderen interkulturellen Zusammenhängen und Perspektiven – unabhängig von nationaler, ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit. Den Schwerpunkt bilden Dokumentarfilme, ergänzt durch Spiel-, Experimental- und Animationsfilme.
Netzwerk fördert Kommunikations-, Büro- und Druckkosten.
Mit Home in Exile haben Women in exile in den vergangenen Monaten bereits sehr viel geschafft. Ihr größter Meilenstein war der Kauf des Hauses in Markgrafpieske, mit dem ein langjähriger Traum von einem selbstorganisierten Wohn-, Begegnungs- und Seminarort für geflüchtete Frauen* Realität wird. Seitdem haben sie gemeinsam mit sehr vielen freiwilligen Unterstützer*innen zahlreiche Bauwochen und Arbeitseinsätze organisiert und das Haus Schritt für Schritt saniert. Die Nutzer*innen des Hauses stellen dem rechten Mainstream einen lebendigen Begegnungsort entgegen.
Netzwerk übernimmt einen Teil der entstehenden Baukosten.
Das Kinder-, Kultur- und Nachbarschaftszentrum Regenbogenfabrik e.V. besteht seit 1981 als selbstorganisiertes Kollektiv- und Kiezprojekt in der Lausitzer Straße in Kreuzberg. Gerade solidarische Veranstaltungsorte sind wichtig, damit Menschen Kultur gemeinsam gestalten und eigene Ideen unabhängig von finanziellen Möglichkeiten verwirklichen können. Selbstorganisierte Räume stehen vor Herausforderungen, ihre Angebote trotz begrenzter Ressourcen langfristig aufrechtzuerhalten.
Der Verein Feminizidmap – Monitoringstelle für Femi(ni)zide in Deutschland e.V. dokumentiert seit 2019 detailliert Tötungen an Frauen* und Mädchen* in Deutschland. Mit dem Aufbau der Datenbank und eigenen Analysen arbeitet Feminizidmap daran, das Phänomen Femi(ni)zid in Deutschland umfassend abzubilden und eine datenbasierte Grundlage zur Anerkennung dieses strukturellen gesellschaftlichen Problems und zur weiteren Entwicklung von Gewaltpräventionsmaßnahmen zu liefern. Der Report wird bei einer internationalen Konferenz zu Femiziden am 27. November 2026 in Berlin präsentiert.
Der nächste Beratungstermin für selbstorganisierte Projekte aus dem aktivistischen Kontext, die auf der Suche nach Fördermitteln sind, in Kooperation mit dem AStA der TU Berlin, ist am Donnerstag, den 26. November, von 10 bis 13 Uhr.
Wo: Online-Termine können per Mail vereinbart werden.
1. Vortrag: „Queering Holocaust?“ Erinnerungskultur zwischen Anerkennung und Diversifizierungstrend beim TKA-Tresen
In den letzten Jahren hat sich das öffentliche Erinnern an den Holocaust deutlich verändert. Die Verfolgung homosexueller Männer im NS wurde lange beschwiegen und wird nun langsam berücksichtigt. Neuerdings wird häufig auch von queeren Holocaust-Opfern gesprochen.
Diese Verschiebung wird vielerorts als notwendige „Diversifizierung“ des Gedenkens verstanden. Dabei scheint die Anerkennung verschiedenster Opfergruppen ein Anliegen zu sein. Doch gleichzeitig gerät dadurch die Auseinandersetzung mit dem, was der Begriff Holocaust eigentlich bezeichnet, die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten, zunehmend ins Hintertreffen. Der Vortrag kritisiert diesen erinnerungspolitischen Trend. Vortragende ist die Soziologin und Publizistin Debora Eller.
Wann & Wo: Donnerstag, den 5. November 2026 20 Uhr im ZGK, Scharnweberstr. 38
2. Filmreihe: Galerie Straße – Streetart Revisited
Die präsentierten Filme thematisieren die weltweite Entwicklung der Streetart aus unterschiedlichen Perspektiven – und mit einem politischen Fokus. Zu sehen sind u.a. Filme über Banksy, Ben Wagin, Harald Naegli, Klaus Paier, aber auch Klassiker wie „Wholetrain“ – zum 20. Jubiläum in der 4K remastered Version. Filmmacher*innen und weitere Gäste werden anwesend sein. I
Wann & Wo: Die Filmreihe läuft bis zum 28. November 2026 im BrotfabrikKINO
3. Info-VA: Was ist eigentlich in Lichterfelde los? Die „Staatsreparatur“ und rechte Netzwerke in Berlin
Die jüngsten Wahlergebnisse der AFD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind beunruhigend – nicht erst seitdem wird über die Bedeutung des „Rechten Vorfelds“ und des „vorpolitischen Raums“ gesprochen. Dafür muss man nicht nach Schnellroda schauen: scheinbar unbemerkt hat sich in Berlin-Lichterfelde mit der „Staatsreparatur“ ein Ort rechtsextremer Vernetzung etabliert, in dem sich IBler*innen wie M. Sellner, AFD-Funktionär*innen und Burschis aber auch Verschwörungsideolo*innen und christliche Fundis die Klinke in die Hand geben. Im Rahmen der Veranstaltung wird die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) in einem Input näher auf die politische Bedeutung des Ortes für das Netzwerk „Neue Rechte“ in Berlin und das Veranstaltungsprogramm der „Staatsreparatur“ eingehen. Im zweiten Teil schauen wir darauf welche Auswirkungen die Präsenz eines rechtsextremen Veranstaltungsortes in der direkten Umgebung hat und wie der Protest von Anwohner*innen vor Ort nachhaltig unterstützt werden kann.
Wann & Wo: Mittwoch, den 11. November 2026 ab 19 Uhr im BAIZ
4. Comic Release: Antikoloniale Visionen – Wie Bewegungen weltweit das Erbe des Deutschen Kolonialismus herausfordern
Der neue Comic „Erinnern heißt bewegen. Mboros Versprechen“ porträtiert einen Ausschnitt aus dem Leben des tansanischen Aktivisten Mnyaka Sururu Mboro. Beleuchtet wird seinen Kampf für die Rückführung von menschlichen Überresten nach Tansania und für Straßenumbenennungen in Deutschland.
Wann & Wo: Donnerstag, den 26. November 2026, 17.30 Uhr im EPIZ Weltraum im Berlin Global Village
5. Sammelband: Wohnen in Berlin. Zwischen Verwertung und Vergesellschaftung
In 23 Beiträgen nehmen Autor*innen aus Forschung, Politik und stadtpolitischen Initiativen 30 Jahre Berliner Wohnungspolitik in den Blick. Der Band wurde im Open Access veröffentlicht und kann unter folgender Adresse frei zugänglich heruntergeladen werden:
1. Vortrag: Kollektive Identität und Antisemitismus – Eine kritische Untersuchung
Der Vortrag mit Sophie Tadeuš „Kollektive Identität und Antisemitismus – Eine kritische Untersuchung von Mustern und Erzählungen im Nahostdiskurs linker Bewegungsakteur*innen“ ist eine Veranstaltung in der Veranstaltungsreihe gegen Antisemitismus, Antizionismus und Autoritarismus von der Universalistischen Linken Potsdam.
Wann & Wo: Freitag, den 30. Oktober 2026 um 19 Uhr im KuZe – Studentisches Kulturzentrum, Hermann-Elflein-Straße 10, 14467, Potsdam
Das JWP MittenDrin e. V. zeigt in Kooperation mit ESTAruppin e. V. den 60-minütigen Dokumentarfilm „Stimmen der Stimmlosen“, in dem sieben in der Ostprignitz lebende und arbeitende Menschen aus 5 Ländern ihre Geschichten erzählen. Sie erzählen von Flucht, Hindernissen und Ankommen. Authentisch, emotional und mit Humor. Im Anschluss an die Vorführung findet eine Diskussionsrunde mit den Filmemacher*innen statt.
Wann & Wo: Mittwoch, den 4. November 2026 um 20 Uhr im JWP MittenDrin in Neuruppin
3. Gedenken an Pogromnacht in Bad Freienwalde & Müncheberg
Am 9. November 2026 ab 11.30 Uhr wird Claudia Krieg, Mitherausgeberin des Buches „PresentPast – Wie NS-Nachfahren ihre Familiengeschichte erforschen“, im Café Thälmanns aus dem Buch lesen. Im Gespräch mit Moderator Thomas Hoebel wird es um die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Familiengeschichte gehen. In Bad Freienwalde wird es ab 16.30 Uhr einen Stolperstein-Rundgang geben.
Der Dokumentarfilm von der Filmemacherin Yael Reuveny über ein Geschwisterpaar, dass die Shoa überlebt hat, sich aber am Bahnhof verpasst und danach nie wieder sieht, weil die jeweils andere denkt, dass sie tot ist, wird in Cottbus gezeigt. Im darauf folgenden Wochenende ist ein zweitägiger Workshop zum Thema geplant.
Wann & Wo: Donnerstag, den 12. November 2026 um 17 Uhr im OBENKINO Cottbus